Norbert Knobloch Blankenheim / Germany Email No Homepage | 877 | 14. December 2011 01.28 GMT |
***************************************************************************** "Kunst" ist die sinnfaellige Darstellung des Eigentlichen, Wesentlichen (der "Essenz"), naemlich des an-wesenden Absoluten, des gleichzeitig transzendenten und immanenten Goettlichen in der seienden Wirklichkeit (der "Existenz") in unvermittelter geistiger Schau ("Theoria") der "Idee des Schoenen" oder in spontaner, direkter Einsicht ("Intuition) in das absolute Urbild des Schoenen durch den inspirierten Kuenstler als begnadetes Genie im Zustand des "Von-Gott-Bewohnt-Seins" ("Trance" oder "Enthusiasmus") und des Einklangs ("Harmonia") mit ihm.
Durch den solchermassen "besessenen", inspirierten Kuenstler als Medium und Vehikel wird die Schoenheit an sich in Schoenes in der Wirklichkeit ueber(ge)setzt, verwirklicht (aktualisiert). Indem das Kunstwerk als Schoenes in der Wirklichkeit Teil hat an der Schoenheit an sich, der absoluten Idee des Schoenen, ist "Wahrheit", setzt sich, um mit Martin Heidegger zu sprechen, die Wahrheit als Ueberein-Stimmung ("symphonia") des Schoenen im Kunstwerk mit der Schoenheit an sich in das durch den Kuenstler bewirkte, d. h. in die Wirklichkeit geholte Werk: Die Wahrheit wird durch den Kuenstler mit und in seinem Werk in die Wirklichkeit gebracht und dort entschleiert.
Das Kunstwerk, durch den (nicht von dem!) inspirierten und begnadeten Kuenstler als Genius im Zustand der Resonanz, der Harmonie und Symphonie mit dem Absoluten ("Gott") vermittels seiner Phantasie sowie seiner theoretischen Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten ("Technik") in einem krativen, also erschaffenden, schoepferischen Akt nach den Naturgesetzen der Aesthetik spontan und frei hervorgebracht, verleiht der von ihm kontemplativ und intuitiv geschauten transzendenten Idee des Schoenen dauerhaft sinnliche Wirklichkeit und bildlichen Ausdruck.
"Kunst" ist also der von den beiden im Zustande der Resonanz mit dem Absoluten ("Gott") empfangenen Momenten Enthusiasmus und Inspiration ausgeloeste kreative Akt, vermittels der Phantasie sowie erlernter, handwerklicher Technik und nach den Naturgesetzen der Aesthetik frei und spontan Werke hervorzubringen, die der von dem inspirierten, begnadeten ("charismatischen") Kuenstler als Medium (vermittelndes Element) und Vehikel (transportierendes Element) intuitiv und kontemplativ geschauten transzendentalen Idee des Schoenen dauerhaft sinnliche Wirklichkeit und bildlichen Ausdruck verleihen.
Geistige Erleuchtung und seelische Laeuterung ("Katharsis") sind die Funktionen der Kunst und die Wrikungen der aesthetischen Erfahrung ihrer kontemplativen Rezeption, die nichts anderes als die erfahrene, erlebte Gegenwart, An-Wesen-Heit ("Parusia") der Schoenheit und Wahrheit ist. Indem jene an-wesen, ist das transzendente Goetliche als immanentes Gutes aktualisiert. So vollzieht sich ueber den Kuenstler als goettliches Werk-Zeug ("Instrument") die Schoepfung erneut, geschieht ein nachvollzug der Schoepfung auf irdischer, menschlicher Ebene, und damit ist "Kunst" eine Offenbarung Gottes: Theophanie.
(Auszug aus "Kunst als Theophanie" von Norbert Knobloch, Wuppertal 2010)
Norbert Knobloch, Blankenheim / Eifel, 12. Dezember 2011
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